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5. Bodo Schneider-Schrimpf

Bodo Schneider-Schrimpf (68) 
Rechtsanwalt

seit fast 40 Jahren in Bischofsheim glücklich verheiratet, zwei ausgewanderte Kinder (aber innerhalb Südhessens) und 5 Enkelinnen

Bin ich froh, in Bischofsheim zu leben !

Das ist doch eine schöne und wohlhabende Gemeinde mit langer Geschichte, die bis in die jüngste Zeit gesellschaftlich und wirtschaftlich gedeiht, eine liebe Heimat für viele Menschen, die teils in den umliegenden Städten ihrem Broterwerb nachgehen, teils in einem der vielen Unternehmen, die die Gemeinde beherbergt und die zu ihrem Erfolg beitragen. Seit über 100 Jahren kontinuierlich gewachsen bietet sie immer wieder neuen, von nah und fern hinzugekommenen Menschen Zuflucht, Unterkunft und Lebensgrundlage - und das nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich, in vielen Vereinigungen pflegen die Bischemer Sport und Kultur. Gelegen unweit des Mainufers ist Bischofsheim von vielfältiger Natur umgeben, die mit wenigen Schritten erreichbar ist, vielfältiges Gewerbe sorgt für eine gute Versorgung mit allem, was man benötigt, einige Landwirte sorgen für gesunde Nahrung und die zahlreichen Verkehrswege und -mittel schaffen beste Verbindungen in die vielen umliegenden Städte.

Das Ortsbild ist vielfältig und weist einige sehens- und bemerkenswerte Plätze auf; nun geht es darum, dies zu bewahren und für künftige Generationen weiterzuentwickeln und den aktuellen Anforderungen anzupassen, in Umsetzung des beschlossenen Klimaschutzkonzepts ist das vielfältige Grün zu bewahren und zu vermehren und so der Schutz vor Hitze, Trockenheit und Starkregen zu verbessern, dabei ist das ausgewogene Verhältnis von Bebauung und Freiflächen zu bewahren und zu fördern, gerade im Alten Ortsteil, der stellenweise immer dichter zugebaut wird - da hat die KNOBI, die Kommission zur nachhaltigen Ortsentwicklung unter grüner Leitung einige sehr gute Entwicklungen eingeleitet, um da die Freiflächen weiter zu bewahren und zu verbessern. 

Gute Lebensbedingungen sind nicht nur für Menschen, sondern auch für die Natur in Bedacht zu nehmen, auch was da innerhalb des Orts wächst, kriecht und fliegt, soll sich entfalten können, es soll, wo nötig, sorgsam gepflegt und nicht niedergeknüppelt werden, Kahlschläge sind durch verständige Pflege zu ersetzen, auch für Tiere sind Lebensräume zu bewahren und zu schaffen, Gebüsche, Wiesen, Raine, Hecken, die sich entfalten können, wirken da auch innerorts Wunder, und zusätzliche Wasserflächen, so naturnah wie möglich gestaltet, sind eine Labsal - es grüßt das Revival der Dohl!

Die laufende Umstellung auf erneuerbare Energie muss unvermindert weitergehen, die Wärme des Rechenzentrums für die Beheizung der Gebäude nutzbar gemacht werden, die schrittweise Abkehr der Wärmeerzeugung von Öl, Gas und Kohle wird in den nächsten Jahren bei der Wärmeplanung auch im privaten Bereich im Fokus stehen, da werden wir ermitteln müssen, wo ohnehin entstehende Wärme nochmals genutzt werden kann und wo Wärmeabnehmer (z.B. Mehrfamiliengebäude) gemeinsam versorgt werden können, z.B. in Nahwärmeinseln. 

Beim Verkehr sind alle Verkehrsmittel, öffentlich wie privat und motorisiert wie menschengetrieben gut und sicher zusammenzuführen, Lärm ist möglichst zu mindern und die Straßen sind von Fahrzeugabstellflächen wieder hin zu Bewegungs-und Kommunikationsflächen zu entwickeln, ich konnte als Kind noch auf der Straße spielen und sehe es auch als Zielvorstellung der Entwicklung, dass das wieder möglich wird. Die Umstellung des Verkehrs auf E-Antriebe ist durch überlegte Einrichtung von E-Ladesäulen zu begleiten, da besteht öffentlicher Bedarf besonders im Bereich von Mehrfamilien- und Geschosswohnungsgebäuden.

Da Bund und Land die Kommunen leider mit immer mehr Aufgaben belasten, ohne die notwendigen Mittel mitzuliefern, muss die Gemeinde auch zusätzliche Finanzquellen erschließen - bei Grund- und Gewerbesteuer ist da nicht mehr viel Luft, aber es gibt auch andere, zusätzliche Quellen, so könnte eine Verpackungssteuer bei Fast Food-Betrieben eine wohltuende Entlastung bringen, und da die Kommunen ein "Steuererfindungsrecht" haben, möchte ich da auch noch nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten; vielleicht könnte ja auch eine Art "Versiegelungsabgabe" Mittel beschaffen und zugleich den Zielen der Ortsentwicklung dienen.