2025-01 Biodiversitätsmaßnahmen in Bischofsheim
Die Gemeindevertretung möge beschließen:
Um als „Kommune für biologische Vielfalt“ zu wirken, sollen folgende Maßnahmen zur Biodiversitätsförderung fest verankert werden:
1. Patenschaftsbeete: Den BürgerInnen sollen regelmäßig (1 x Jahr), insbesondere bei Abgabe von Flächen, aufgefordert werden, sich als Grünpaten zu bewerben, sofern geeignete Standorte im Wohnumfeld (Beete, Baumscheiben, Pflanzkübel, etc.) zur Verfügung stehen. Jeder neue Grünpate / Grünpatin wird mit einem Starterpaket Frühlingsblüherzwiebeln und einheimischen Stauden ausgestattet.
2. Baumpatenschaften sollen begründet werden, um insbesondere im Sommer, gerade bei Neuanpflanzungen von Straßenbäumen, eine regelmäßige Bewässerung, zu gewährleisten. Schnitt- und Baumpflegearbeiten sind von Baumpaten nicht durchzuführen.
3. GrünpatInnen und die neuen BaumpatInnen, die ein Patenschaftsbeet oder einen Patenbaum betreuen, sollen nach 5 („Bronze“), 10 („Silber“) und 15 („Gold“) Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit ausgezeichnet werden sowie einem kleinen Geschenk (z.B. Gutschein bei einer regionalen Gärtnerei für neue, einheimische Stauden). Diese Ehrung ist erstmalig 2025 auszuführen.
4. Der bisher nur einmalig erfolgte Gartenwettbewerb 2021 soll als fester Bestandteil der Biodiversitätsförderung mindestens alle 2 Jahren ausgeführt werden. Hierzu bieten sich verschiedene Kategorien oder jährliche Schwerpunktthemen an, z.B. der beste Schottergartenrückbau, der beste Naturgarten, der beste Dachgarten etc. Die Gemeindevorstand fordert – am besten in der Verbindung mit dem entsprechenden Gartenwettbewerb – aktiv durch eine Pressemitteilung / kleinere Öffentlichkeitskampagne zum Rückbau von Schottergärten auf, da diese nach dem Hessischen Naturschutzgesetz (§35 (9) in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Satz 1 der Hessischen Bauordnung nicht zulässig sind.
5. Der Bauhof wertet die innerörtlichen Grünflächen durch Einbringung einer passenden, nicht landwirtschaftlichen Saatgutmischung mit einheimischen Wiesenpflanzen „minimalinvasiv“ auf. Diese Wiesenflächen werden 2 x jährlich gemäht (Mai/Juni – September/Oktober): Standorte: Wiese hinter Kita Birkenweg; Grünflächen um den Brunnen in der Böcklersiedlung und im Klinker und am Klinkerteich, Grünanlage Wingertspfad, Obstbaumwiese am Hessenring, Wiese Baum des Jahres.
Der Randbereich (1 Rasenmäherbreite) zum Weg soll öfters gemäht werden, um Beschwerden über Grannen o.ä. zu vermeiden.
Begründung:
Es gab und gibt bereits viele Maßnahmen, die eingeführt wurden, aber in der Umsetzung noch Verbesserungspotenzial haben und in einem festen Ablaufrahmen verankert werden sollten, um nachhaltig Bestand zu haben. Hier setzt dieser Antrag an.
Zu 1. Es gibt reichlich kleinere Flächen, die von den direkten AnwohnerInnen betreut werden könnten. Größere Flächen könnten auch von Nachbarschaftsgruppen betreut werden. Dies entlastet den Bauhof bei den kleinteiligen, gärtnerischen Arbeiten.
Zu 2. Viele Städte rufen im Sommer ihre BürgerInnen auf, bei der Bewässerung von Bäumen zu helfen, ein verbindlich zuständiger Baumpate oder Baumpatin könnte hier für die zuverlässige Betreuung sorgen und hat seinen/ihren Baum immer im Blick. Zusätzlich läßt sich diese Aktion auch noch um eine Baumpflanzaktion erweitern, wie es Ginsheim-Gustavsburg mit der Aktion „Aufbäumen“.
Zu 3. Viele GrünpatInnen sind schon seit Jahren, teilweise Jahrzehnten aktiv, ohne jemals öffentliche Aufmerksamkeit erhalten zu haben. Um auch dieses Ehrenamt zu fördern und wertzuschätzen, ist diese Ehrung vorzusehen.
Zu 4. Bürgerbeteiligung hat eine breite, positive Wirkung und fördert die Nachahmung.
Zu 5. Die bereits eingesetzten Saatmischungen enthalten zu wenig einheimisches Saatgut, das nützlich für einheimische Insekten sind. Eine standortgerechte, regionale Saatmischung von Rieger und Hofmann ist zu empfehlen.
Fraktion GALB – Bündnis 90 / Die Grünen
